So wie das Welken eines Grashalms uns nicht entsetzt,
wenn wir auf unseren Garten schauen,
so wollen wir uns vom Blick auf die Ewigkeit so fesseln lassen,
dass uns nicht kümmert, wie lange wir leben,
und dass alles, was wir lieben,
für uns schon in ewiger Ruhe geborgen sei.
So lernen wir den Tod zu sterben,
um wahrhaft leben zu lernen.
Madeleine Delbrêl
(Aus: Annette Schleinzer (Hrsg.): Du lebtest, und ich wusste es nicht, S. 91)
Evangelium:
Joh 17, 1–11a: Jesus betet für sich und für seine Jünger
1 Nach diesen Worten sah Jesus zum Himmel auf und betete: „Vater, die Stunde ist gekommen! Lass jetzt die Liebe deines Sohnes erkennbar werden, damit ich auch deine Liebe als Vater sichtbar machen kann. 2 Du hast mir die Vollmacht über alle Menschen gegeben, damit ich denen, die du mir anvertraut hast, ewiges Leben schenke. 3 Und darin besteht das ewige Leben: in der niemals endenden – und immer mehr sich vertiefenden – Gemeinschaft mit dir, dem einen wahren Gott, und mit Jesus Christus, den du in die Welt gesandt hast. 4 Ich habe hier auf der Erde den Menschen gezeigt, wer du bist und wie groß du bist. Das war der Auftrag, den du mir gegeben hast; ich habe ihn jetzt erfüllt. 5 Und nun, lieber Vater; gib mir die große Herrlichkeit wieder, die ich schon mit dir teilte, bevor die Welt erschaffen wurde. 6 Ja, ich habe den Menschen gezeigt, wer du bist, und zwar allen, die du aus der Welt herausgerufen hast. Dir gehörten sie schon immer. Aber du hast sie mir anvertraut, und sie haben auf dein Wort gehört. 7 Sie wissen nun, dass alles, was ich habe, wirklich von dir kommt. 8 Denn was du mir gesagt hast, habe ich ihnen weitergegeben, und sie haben deine Botschaft angenommen. Sie glauben fest, dass ich von dir gekommen bin, und zweifeln nicht daran, dass du mich in die Welt gesandt hast. 9 Für sie bitte ich dich jetzt. Nicht für die ganze Welt bitte ich, sondern für die Menschen, die du mir anvertraut hast. Denn sie gehören dir, 10 genauso wie alles, was ich habe, dir gehört, und alles, was du hast, auch mir gehört. Sie werden der Welt zeigen, dass ich mit dir eins bin, und mich dadurch verherrlichen. 11 Ich verlasse jetzt die Welt und komme zu dir. Sie aber bleiben in der Welt.“