Hoffnungstrotz – das bedeutet: trotz aller Widrigkeiten, Krisen, Kriege und Herausforderungen in der Welt und im individuellen Leben die Hoffnung nicht zu verlieren; positiv in die Zukunft zu blicken und fest daran zu glauben, dass wir getragen sind, werden und bleiben; optimistisch an alles heranzugehen und die „Perspektive Hoffnung“ zu bewahren.
Der Theologe Ludwig Pritscher findet in seinem Text „Vorwärts hoffen“ sehr passende Worte:
Hoffnung ist wie das Zuckerstückchen im Tee, auch wenn es noch so klein ist, versüßt es ihn doch spürbar.
Wo die Hoffnung fehlt, schmeckt das Leben bitter, und wir verlieren allmählich den Geschmack daran.
Darum gehört es auch zur Lebenskunst, die Hoffnung zu pflegen und sie immer wieder neu zu stärken…
Hoffnung ist ein starker Rückenwind, der uns beflügelt und vorwärtsbringt.
Ludwig Pritscher (In: „Lebenskünstler will ich werden“, Paulinus Verlag, Trier 2024)
Die Pflege und die immer wieder neue Stärkung der Hoffnung – im Gebet, in der Gemeinschaft und im Alltag – sind die Ausprägungen des Hoffnungtrotzes und helfen uns durch das Leben. Das gilt für alle, die der Hoffnung trotzen – egal welche Religion, welches Geschlecht, welchen Beruf, welche Herkunft, welche Vorlieben und welches Alter Sie haben.
Es ist nie zu spät, mit dem Hoffen zu beginnen und sei es kurz vor dem Tod. Eine Haltung des „Es lohnt nicht mehr!“ gibt es nicht und auch wenn die Kräfte schwinden, hat das Hoffen noch eine große Wirkkraft. Wir hoffen nicht nur für uns selbst oder unser begrenztes Umfeld, sondern für die ganze Gesellschaft, das ganze Land, den ganzen Kontinent und die ganze Welt. „Denn jetzt beginnt Gottes neue Welt.“ (Mt 4, 17b)
Eine tolle Ermutigung habe ich außerdem bei Karl Rahner gefunden. Er schreibt in einer Predigt über das Altern unter anderem folgendes:
Das ist auch eine Gnade, weil im Alter die Hoffnung des ewigen Lebens wächst, weil DU zunimmst, wenn wir abnehmen.
(In: Alt werden und lebendig bleiben, S. 107)
Thale Schmitz
Evangelium:
Mt 4, 12–17:
Hoffnung für alle, die von Gott nichts wissen
12 Als Jesus hörte, dass man Johannes den Täufer verhaftet hatte, ging er zurück nach Galiläa.
13 Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern wohnte in Kafarnaum, einer Stadt am See Gennesaret, im Gebiet von Sebulon und Naftali.
14 Damit erfüllte sich das Wort des Propheten Jesaja: „Du Land Sebulon und Naftali, 15 Land am See und jenseits des Jordan, du Galiläa der Heiden, höre zu:
16 Das Volk, das in der Finsternis wohnt, sieht ein helles Licht. Auf jene, die im Schatten des Todes sitzen, fällt ein strahlendes Licht.“
17 Von da an begann Jesus zu verkünden: „Denkt um und werdet neue Menschen! Denn jetzt beginnt Gottes neue Welt.“