25.08.2024

Impuls zum 25.08.2024

Die Minderheit macht den Unterschied!

Jesus erlebt schon während seines Wirkens, wie sich Menschen, die ihm folgen wollten, von ihm abwenden. Es sind nicht diejenigen, die von vorneherein kritisch waren oder bei denen Jesus auf Widerstand oder sogar Granit gestoßen war – sondern vermeintlich und zeitweise treue Gefährten auf seinem Weg. Seine Jüngerschaft verkleinert sich und es steht zu befürchten, dass sich aus der entstehenden Gemeinschaft womöglich keine Mehrheit, sondern eine Minderheit entwickeln wird.

 

Doch ist das schlimm?

 

Dorothee Sölle findet sehr ermutigende Worte:

 

Lehr uns Minderheit zu werden, Gott, (…)

 

Pass uns an Deine Gerechtigkeit an,

 

nicht an die Mehrheit,

 

bewahre uns vor der Harmoniesucht

 

und den Verbeugungen vor den großen Zahlen.

 

Sieh doch, wie hungrig wir sind nach Deiner Klärung.

 

Gib uns Lehrerinnen und Lehrer, nicht

 

nur Showmaster mit Einschaltquoten.

 

Sieh doch, wie durstig wir sind

 

nach Deiner Orientierung,

 

wie sehr wir wissen wollen, was zählt.

 

Dorothee Sölle

 

Die verbleibenden Jünger suchen weiter nach Orientierung in Jesus – durch ihn wollen und werden sie Gott begegnen, wie Simon Petrus es im letzten Vers des Evangeliums selbst sagt. Und auch wir dürfen, dem Evangelium und somit der Frohen Botschaft unser Gesicht geben, sodass die Menschen durch uns Gott begegnen können. Auch wenn wir dies als Minderheit tun, können wir etwas in der Welt bewirken und immer mehr erfahren, was wirklich zählt. Einen Unterschied zu machen, der spürbar ist (vielleicht auch optisch wie auf dem Bild mit den Kirschen), kann ein Ziel sein – nicht um sich abzuheben, sondern für alle Menschen und die Vielfalt und Farben im Leben.

 

Thale Schmitz

 

Evangelium:

Joh 6, 60-69: Jesus stellt seine Jünger vor die Entscheidung

60 Viele seiner Jünger hörten seine Worte und waren enttäuscht. „Was er da redet, geht zu weit!“, meinten sie. „Nein, das kann man nicht mit anhören!“ 61 Jesus merkte die Entrüstung seiner Jünger und fragte sie deshalb: „Daran stoßt ihr euch? Ist das für euren Glauben schon zuviel? 62 Was werdet ihr erst sagen, wenn ihr seht, wie der Menschensohn dorthin zurückkehrt, woher er gekommen ist? 63 Vergesst nicht: Gottes Geist ist es, der Leben schafft. Menschliches Bemühen allein kann den Tod nicht überwinden. Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind von diesem Geist erfüllt; deshalb bringen sie euch das Leben. 64 Aber einige von euch glauben mir trotzdem nicht.“ Jesus wusste nämlich von Anfang an, wer nicht an ihn glaubte, und kannte auch den, der ihn später übergeben würde. 65 „Deshalb“, so erklärte er weiter, „habe ich euch gesagt: Keiner kann zu mir kommen, wenn ihn nicht der Vater zu mir führt!“ 66 Nach dieser Auseinandersetzung wandten sich viele Jünger von ihm ab und gingen nicht mehr mit ihm. 67 Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt etwa auch ihr mich verlassen?“ 68 „Herr, zu wem sollten wir gehen?“, antwortete Simon Petrus. „Du hast Worte des ewigen Lebens. 69 Wir glauben und wir wissen, dass du der bist, in dem Gott uns begegnet.“