29.08.2026

Impuls zum 22. Sonntag im Jahreskreis

Gott will die Überwindung des Todes

Wir können angesichts des Todes nicht in fatalistischer Weise sprechen:

»Gott will es«,

wir müssen das andere hinzusetzen:

»Gott will es nicht«.

 

Der Tod zeigt an, daß die Welt nicht so ist, wie sie sein sollte,

sondern daß sie der Erlösung bedarf.

 

Christus allein ist die Überwindung des Todes.

 

Hier kommt das »Gott will es« und »Gott will es nicht« zur

schärfsten Zuspitzung und zum Austrag.

 

Gott willigt ein in das, was Gott nicht will,

und von nun an muß der Tod dennoch Gott dienen.

 

Von nun an umfaßt das »Gott will es« auch das »Gott will es nicht«.

 

Allein in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi ist der Tod

in Gottes Gewalt gekommen, muß er den Zielen Gottes dienen.

 

Nicht eine fatalistische Ergebung, sondern der lebendige Glaube

an den für uns gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus

vermag ernstlich mit dem Tode fertig zu werden.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

(Quelle: Konspiration und Haft 1940-1945, DBW Band 16, Seite 194)

 

Evangelium:  

Mt 16, 21-27: Jesus spricht zum ersten Mal von seinem Tod

21 Während dieser Zeit sprach Jesus mit seinen Jüngern zum ersten Mal von seinem Tod: „Ich muss jetzt nach Jerusalem gehen. Ich werde dort durch die führenden Männer des Volkes, die Hohepriester und Schriftgelehrten viel erleiden müssen; ich werde getötet und am dritten Tag von den Toten erweckt werden.“

22 Da nahm ihn Petrus beiseite und redete heftig auf ihn ein: „Gott bewahre! Das darf auf keinen Fall mit dir geschehen!“ 23 Aber Jesus wandte sich um und rief: „Werde du mir nicht zum Satan! Tritt hinter mich! Dir geht es nicht um den Willen Gottes, du denkst nur, was die Menschen wollen!“

Alles hingeben, um alles zu gewinnen

24 Danach sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst suchen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir so nachfolgen. 25 Wer hier nur an sein Leben denkt, der wird das Leben verfehlen, wer aber sein Leben für mich einsetzt, der wird das wirkliche Leben finden. 26 Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber das ewige Leben verliert? Oder: Was kann ein Mensch zum Austausch für sein Leben geben?

27 Darauf könnt ihr euch verlassen: Der Menschensohn wird – begleitet von den heiligen Engeln – in der strahlenden Herrlichkeit seines Vaters kommen und jeden nach seinen Taten richten.“