22.08.2026

Impuls zum 21. Sonntag im Jahreskreis

Gott ist wie ein Bahnhofssprecher

Bahnhofssprecher*innen sitzen in ihrer Sprecherkabine im Bahnhof und haben den ganzen Bahnhof im Blick.

Sie können die Reisenden an den Gleisen beobachten und sind über alle Vorgänge im Bahnhof informiert.

Bahnhofssprecher*innen kennen die Ankunfts- und Abfahrtszeiten aller Züge.

Sie informieren mich über Gleisänderungen, Verspätungen und Zugausfälle.

Sie schlagen mir Anschlusszüge oder alternative Reiserouten vor.

Eine*n richtige*n Bahnhofssprecher*in habe ich noch nie gesehen.

Ich höre sie nur während ihrer Durchsagen und ganz ehrlich, selbst die sind oft eher schlecht zu verstehen.

 

So ähnlich ist das auch mit Gott:

Ich glaube, dass Gott irgendwo sitzt und uns alle beobachten kann.

Er hat alle Vorgänge, Aktionen und Ereignisse auf der Erde im Blick.

Gott kennt meine ganz persönlichen Reisedaten:

Meine spontanen Gleisänderungen oder meine selbstverschuldeten Verspätungen im Leben.

Gott schlägt mir aber auch neue Anschlusszüge oder alternative Lebensreiserouten vor.

Das geschieht dann nicht auf dem Bahnsteig über Lautsprecher, sondern im Gebet.

 

Gesehen habe ich Gott noch nie und meistens sind seine Ansagen auch echt schwer zu verstehen, aber bei Gott, wie bei der*m Bahnhofssprecher*in gilt:

Ich muss genau hinhören.

Und noch etwas haben Bahnhofssprecher und Gott gemeinsam:

Sie haben die Informationen und machen die Ansagen.

Das Gleis wechseln und in den Zug einsteigen muss ich selbst.

 

Daniel Gewand

 

(Aus: Gott ist wie Husemann, S.13. Aschendorff Verlag 2021)

 

Evangelium:  

Mt 16, 13-20: Wer ist Jesus?

13 Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“

14 Sie erwiderten: „Manche halten dich für Johannes den Täufer, andere für Elija, für Jeremia oder einen anderen Propheten.“

15 „Und für wen haltet ihr mich?“, fragte er sie.

16 Darauf antwortete Petrus: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

17 „Du kannst dich glücklich preisen, Simon, Sohn des Jona!“, entgegnete Jesus. „Denn von sich aus kommt kein Mensch zu einer solchen Einsicht. Diese Erkenntnis hat dir mein Vater im Himmel gegeben. 18 Ich sage dir: Du bist Petrus. Auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen. Und der Tod wird keine Macht über sie haben. 19 Ich will dir die Schlüssel zu Gottes neuer Welt geben. Was du hier auf der Erde für verbindlich erklären wirst, das soll auch im Himmel verbindlich sein. Und was du auf Erden für nicht verbindlich erklären wirst, das soll auch im Himmel nicht verbindlich sein.“

20 Darauf verbot er seinen Jüngern streng, den Leuten zu sagen, dass er der Christus sei.