Wie bereits vergangene Woche im Impuls angeklungen, ist die Weihnachtszeit noch längst nicht vorbei und auch darüber hinaus mag das Fest noch allgegenwärtig bleiben. Dabei denke ich an Assisi, den Geburtsort des Heiligen Franziskus. Denn dort ist jeden Tag Weihnachten – in einer kleinen Gasse ist über das ganze Jahr eine große Krippe aufgestellt.
Weihnachten ist nachhaltig – es hallt nach! Das ist der große Wunsch Gottes an uns, dass wir es in unseren Herzen weiter spürbar werden und nachwirken lassen – nachhaltig eben.
Das Evangelium zum 2. Sonntag der Weihnachtszeit bringt uns dies nahe und auch Karl Rahner findet eindringliche Worte, die dazu passen und eben von Gottes Wort an die Welt sprechen:
Gott ist nahe; sein ewiges Wort des Erbarmens ist da, wo wir sind; es pilgert unsere Wege, es kostet unsere Freude und unser Elend, es lebt unser Leben und stirbt unsern Tod. Es hat lind und leise sein ewiges Leben in diese Welt und in ihren Tod eingesenkt. Es hat uns erlöst, da es unser Los teilte. Es hat unsern Anfang zu seinem gemacht, unsern Schicksalsweg betreten und ihn so offen gemacht in die unendlichen Weiten Gottes. Und da es uns aufhebbar annahm, da das Wort Gottes nie mehr aufhört, Mensch zu sein, darum ist dieser Anfang, der unser und seiner ist, ein Anfang unzerstörbarer Verheißungen, ist dieser nächtlich stille Anfang eine Heilige Weihenacht. (Aus: Von der stillen Weihnacht unseres Herzens, S. 34/35)
Zu mir sprechen diese Formulierungen sehr ermutigend und lösen einen gewissen Hoffnungstrotz (Hoffnung trotz aller Widerstände und Realitäten in der Welt) aus. Sie helfen mir, das Weihnachtsereignis nachhaltig anzunehmen und innerlich sowie äußerlich weiter zu tragen und zu leben. Möglich wird dies erst durch die Stille, wie Karl Rahner weiter ausführt:
Weil Weihnachten ist, weil das Wort Fleisch wurde, darum ist Gott nahe und das leiseste Wort in der stillsten Kammer des Herzens, das Wort der Liebe findet sein Ohr und sein Herz. Und der bei sich selbst, auch wenn es Nacht ist, Eingekehrte vernimmt zu dieser nächtlichen Stille in der Tiefe des Herzens Gottes leises Wort der Liebe. Man muss ruhig sein, die Nacht nicht fürchten, schweigen. Denn das Letzte wird nur im Schweigen der Nacht gesagt, seitdem durch des Wortes gnadenvolle Ankunft in unserer Nacht des Lebens Weihnacht, heilige Nacht, stille Nacht geworden ist. (Aus: Von der stillen Weihnacht unseres Herzens, S. 40/41)
Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen und euch ein gesegnetes, neues Jahr 2026!
Thale Schmitz
Evangelium:
Joh 1, 1–18: Gottes Wort an die Welt
1 Im Anfang, bevor die Welt geschaffen wurde, war das ewige Wort Gottes. Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 2 Vor aller Schöpfung war es bei Gott. 3 Durch das Wort ist alles entstanden; ohne Wort ist nichts geworden. 4 In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Das Licht leuchtet in der Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht erfasst. 6 Darum schickte Gott einen Boten; sein Name war Johannes. 7 Er sollte das Licht bezeugen, damit alle durch ihn glauben. 8 Johannes selbst war nicht das Licht. Er sollte bei den Menschen das Licht bezeugen. 9 Das Wort war das wahre Licht. Es kam in die Welt, um jeden Menschen zu erleuchten. 10 Doch obwohl das Wort unter ihnen war – und die Welt durch das Wort geschaffen wurde –, erkannte es die Welt nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Allen aber, die ihn aufnahmen und an ihn glauben, gab er die Vollmacht, Kinder Gottes zu werden. 13 Kinder Gottes wurden sie nicht, weil sie zu einem auserwählten Volk gehörten, auch nicht durch Geburt oder Herkunft. Dieses neue Leben bekamen sie von Gott. 14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen; eine Herrlichkeit, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gab. In ihm sind Gottes liebende Zuwendung und seine Wahrheit zu uns gekommen. 15 Johannes gibt Zeugnis von ihm: „Dieser war es“, rief er, „von dem ich sagte: „Es kommt einer nach mir, der vor mir war!““ 16 Aus seiner Überfülle haben wir immer und immer wieder seine liebevolle Zuwendung empfangen. 17 Durch Mose gab uns Gott das Gesetz. Durch Jesus Christus schenkte er uns seine liebevolle Zuwendung und Wahrheit. 18 Kein Mensch hat jemals Gott gesehen. Der einzige Gottessohn, der an der Brust des Vaters ist, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.