21.02.2026

Impuls zum 1. Fastensonntag

Den eigenen Versuchungen widerstehen…

Sicherlich löst das Bild im ersten Moment und auch gerade jetzt in der Fastenzeit den Gedanken der „süßen Versuchung“ aus. Es ist sozusagen der Klassiker in den Wochen vor Ostern auf Süßigkeiten zu verzichten und dieser Verzicht ist für viele eine große Herausforderung, da die Versuchung jeden Tag aufs Neue sehr groß ist. Es ist allerdings ein selbst auferlegtes Vorhaben, das in Versuchung geführt werden kann.

Doch wie ist es mit Versuchungen, denen wir uns gar nicht entziehen können?

Dabei denke ich an sogenannte Wüstenmomente im Alltag. Wenn alles zu viel wird und ich dünnhäutig geworden bin und bei all dem (Familien-)Trubel meine eigenen Bedürfnisse gar nicht mehr wahrnehme. Destruktive Gedanken machen sich breit. Die Stimmung trübt sich und die Dunkelheit nimmt überhand. Die Versuchung, sich in die Dunkelheit zu verlieren, ist groß, denn gegen sie anzuarbeiten, kostet viel Kraft und braucht Motivation.

Auch Jesus wird in der Wüste von der Dunkelheit durch den Teufel versucht. Allerdings erst nachdem er 40 Tage lang gefastet hat und der Hunger ihn quält. Es ist besonders herausfordernd, dennoch den Versuchungen des Teufels zu widerstehen. Er bleibt standhaft.

Aber auch die kleinen Versuchungen haben ihre Wichtigkeit. Dazu noch ein paar Gedanken von Martin Schleske in Bezug auf den Medienkonsum:

„Die kleinen Bildschirme lehren uns Virtualität und lassen uns Realität und mehr noch: Präsenz verlernen. So löschen sie häufig die Gegenwart aus. Betend im gegenwärtigen Moment zu sein, bedeutet, ebendieser Versuchung zu widerstehen. Das betende Leben hütet die Alltäglichkeit des Wunders, das wir Gegenwart nennen. Auch darum sind Pferde für mich so große gesitliche Lehrer geworden. Nicht dass sie Heilige wären, aber sie sind pure Gegenwart, sie müssen nicht lernen (und können nicht verlernen), aus Glauben – aus Gottespräsenz – zu leben.

Pferde sind niemals nachtragend; sie haben einen sanften umfassenden Blick, sie ruhen in ihrem Wesen und verweilen in einer selbstverständlichen Wachsamkeit des Augenblicks. In ihrer Gegenwart kann man lernen, was man (in der eigenen Versuchungsgeschichte) an Gott verloren hat. Mit ihnen lerne ich, auf eine glückliche, unangestrengte Art, da zu sein; zugeneigt zu sein und zu vertrauen. Mit ihnen lerne ich Gegenwart.“

Martin Schleske (In: WerkZeuge – In Resonanz mit Gott, S. 47)

 

Thale Schmitz

 

Evangelium:

Mt 4, 1-11: Wenn du Gottes Sohn bist, beweise es!

1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte.

2 Vierzig Tage und Nächte lang aß er nichts. Der Hunger quälte ihn.

3 Da kam der Versucher und stellte ihn auf die Probe. Er forderte ihn heraus: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach aus diesen Steinen Brot!“

4 Jesus antwortete: „Es steht in der Heiligen Schrift: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.““

5 Da nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die höchste Stelle der Tempelmauer.

6 „Spring hinunter!“, forderte er Jesus auf. „Wenn du Gottes Sohn bist, spring hinunter! Denn es steht geschrieben: „Gott wird seine Engel schicken. Sie werden dich auf Händen tragen und du wirst dich nicht einmal an einem Stein verletzen!““

7 Jesus entgegnete ihm: „Es steht aber auch in der Heiligen Schrift: „Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht auf die Probe stellen!““

8 Nun führte ihn der Teufel auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer ganzen Pracht.

9 „Das alles gebe ich dir, wenn du vor mir niederkniest und mich anbetest“, sagte er.

10 Aber Jesus wies ihn ab: „Weg mit dir, Satan, denn es heißt in der Heiligen Schrift: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und nur ihm dienen!““

11 Da verließ ihn der Teufel. Und Engel kamen und dienten ihm.