04.04.2026

Impuls zu Ostern

Zu Hause

Als Gott am Bahnhof ankommt, hat die Blaskapelle gerade Aufstellung genommen und die Pfadfindergruppe „Kleine Füchse“ ihre Wimpel ausgerollt.

Der Frauenkreis hat fünf Kuchen gebacken.

Am Himmel türmen sich Wolken, die den Bürgermeister besorgt aussehen lassen.

Als der Zug einfährt, breitet sich eine heilige Stille aus.

Nur die Räder quietschen. Dann öffnen sich die Türen. Eine Dame mit exzentrischem Hut steigt aus.

Zwei Männer mit einem quengelnden Kind. Der Zugbegleiter, der sich schnell eine Zigarette anzünden will, davon jedoch wieder Abstand nimmt, als ihn die drohenden Blicke des Frauenkreises treffen.

Weiterhin steigen aus:

Ein Rucksackträger samt Hund.

Der Bürgermeister sieht ratlos von einem zur anderen.

Die Blaskapelle gibt zwei unsichere Töne von sich.

Der Hund sagt „Wuff“.

Das Kind ruft „Alle einsteigen!“

Die Dame lächelt.

Der Frauenkreis rätselt, wer von diesen Leuten Gott sein soll.

Nur die Wolken zeigen sich unbeeindruckt und ziehen.

Gott sieht einer Taube nach, fühlt sich zu Hause und mischt sich unter die Leute.

 

Susanne Niemeyer

 

Aus: Luft nach oben. Der Sonntagskalender von Susanne Niemeyer.

 

Evangelium:  

Lukas 24, 13-35: Begegnung mit Jesus auf dem Weg nach Emmaus

13 Am selben Tag wanderten zwei von ihnen nach Emmaus, ein Dorf, das ungefähr sechzig Stadien – das sind zehn Kilometer – von Jerusalem entfernt liegt.

14 Unterwegs redeten sie über die Ereignisse der letzten Tage.

15 Während sie miteinander sprachen, gesellte sich Jesus selbst zu ihnen und ging mit ihnen. 16 Aber ihre Augen waren wie verschlossen und sie erkannten ihn nicht.

17 „Worüber redet ihr grade?“, fragte sie Jesus. Sie blieben traurig stehen 18 und verwundert fragte Kleopas, einer von den beiden: „Bist du der Einzige in Jerusalem, der nichts von den Ereignissen der letzten Tage weiß?“

19 „Was ist denn geschehen?“, wollte Jesus wissen. Sie antworteten ihm: „Das mit Jesus von Nazaret. Er war ein Prophet, machtvoll in Tag und Wort vor Gott und den Menschen. 20 Aber unsere Hohepriester und die führenden Männer des Volkes haben ihn übergeben. Er wurde zum Tod verurteilt und ans Kreuz geschlagen. 21 Dabei hatten wir gehofft, dass er der von Gott versprochene Retter ist, der Israel befreit. Seit all dem ist das schon der dritte Tag! 22 Heute Morgen haben uns einige Frauen aus unserem Kreis sehr beunruhigt. Schon vor Sonnenaufgang waren sie zur Grabkammer gegangen; 23 aber sie fanden den Leichnam Jesu nicht. Die Frauen erzählten, ihnen seien Engel erschienen, die sagten: „Jesus lebt!“ 24 Einige von uns sind zur Grabkammer gelaufen. Sie fanden sie so, wie die Frauen berichtet hatten. Aber Jesus selbst haben sie nicht gesehen.“

25 Darauf sagte Jesus zu ihnen: „Was seid ihr doch schwer von Begriff! Warum glaubt ihr nicht, was die Propheten gesagt haben? 26 Musste Christus nicht all dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ 27 Dann erklärte er ihnen, was in der Heiligen Schrift über ihn gesagt wird – ausgehend von den Büchern des Mose und den Propheten.

28 Inzwischen waren sie kurz vor Emmaus und Jesus tat so, als wolle er weitergehen. 29 Aber sie drängten ihn: „Bleib doch bei uns! Es wird schon dunkel.“ So ging er mit ihnen ins Haus. 30 Als er sich mit ihnen zum Essen gesetzt hatte, nahm er das Brot, dankte dafür, brach es und gab es ihnen.

31 Da wurden ihnen die Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Doch er selbst verschwand vor ihren Augen.

32 Und sie sprachen zueinander: „Brannte es nicht wie Feuer in unserem Herzen, als er unterwegs mit uns sprach und uns die Heilige Schrift erschloss?“

33 In der gleichen Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort waren die Elf und die anderen mit ihnen versammelt.

34 Von ihnen wurden sie mit den Worten begrüßt: „Der Herr wurde tatsächlich auferweckt und Simon hat ihn gesehen!“

35 Nun erzählten auch sie, was auf dem Weg nach Emmaus geschehen war und dass sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.