ForumPaulus

Mit der Veranstaltungsreihe „Forum Paulus“ treten das Kath. Forum, das Mallinckrodt-Gymnasium Dortmund und die Kath. St. Paulus Gesellschaft Dortmund in den Dialog mit Akteuren aus dem öffentlichen Leben, Politik, Kirche und Wirtschaft.

Wir wollen Fragen stellen, uns anfragen lassen, gesellschaftliche Impulse geben und zur persönlichen Reflexion anregen. Dazu haben wir ausgesuchte Personen des kirchlichen und öffentlichen Lebens zu Gast.

Unsere nächste Veranstaltung

Forum Paulus lädt ein:

Die nächste Veranstaltung wird demnächst bekannt gegeben.

Archiv

Vielfalt führt zu Konflikten – und das darf sein!

Referent:
Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani
(Professor für Migrations- und Bildungssoziologie, TU Dortmund)

Am 06.01.2026 war im Rahmen des Forum Paulus in Dortmund der Soziologe Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani zu Gast. Zum Thema des Abends „Vielfalt führt zu Konflikten – und das darf sein!“ hat Herr El-Mafaalani zahlreiche Impulse zu unterschiedlichen Bereichen des Lebens gegeben und entsprechende Spuren für die rund 250 Besucher gelegt. Für die Bereiche Integration, Bildung oder auch in der Arbeitswelt gibt es zahlreiche Herausforderungen, die aus Vielfalt resultieren. Dies ist nicht verwunderlich, machte der Soziologe doch deutlich, dass Konflikte das natürliche Ergebnis von Entwicklungen sind, egal ob gesellschaftlich oder etwa Transformationen in Unternehmen.

Am Beispiel der Tischgemeinschaft, die mit der Zeit durch verschiedene Entwicklungen vielfältiger wurde, beschrieb er plastisch die Dynamiken: Wenn bestimmte gesellschaftliche Gruppen nicht mehr am Boden, sondern immer mehr auch am Tisch Platz nehmen und am Ende sogar die Frage nach der Rezeptur des Essens auf dem Tisch sowie nach den Tischregeln neu auszuhandeln sind. Das ist dann Ausdruck von mehr Teilhabe und am Ende von mehr Gerechtigkeit.

Als recht undramatisch schilderte Herr El-Mafaalani, dass in der Vergangenheit bereits gut mit den unterschiedlichen Konfliktfeldern umgegangen wurde. Daher zeigte er sich auch nicht zu pessimistisch mit Blick auf die Zukunft – die Voraussetzungen waren nie besser, dass alle am Tisch Platz haben werden.

Investieren braucht
Kompromisse

Geld nachhaltig anlegen und vorbildliche Unternehmen unterstützen – das klingt gut,
ist aber in der Praxis gar nicht so einfach. Das zeigte die jüngste Veranstaltung des Forum
Paulus. Referenten waren Sr. Maria Schneiderhan und Dr. Klaus Gabriel.

DORTMUND „Am Anfang waren wir sehr streng.“
Sr. Maria Schneiderhan von den Sießener Franziskanerinnen
sagt das mit einem Schmunzeln. Heute kann die
Ordensschwester, die Erfahrungen als Provinzialökonomin
ihrer Gemeinschaft gesammelt hat, darüber lachen.
Doch der Beginn ihrer Aktivitäten am Kapitalmarkt war
gekennzeichnet von Unkenntnis und auch Unsicherheit.
Warum Ordensschwestern überhaupt in Aktien,
Fonds oder Anleihen investieren, erklärt Sr. Maria den
rund 40 Besucherinnen und Besuchern des Forum Paulus
im Dortmunder Mallinckrodt-Gymnasium
gleich zu Beginn ihres Vortrags. „Wir müssen für Mitschwestern
in Alter und Krankheit sorgen. Deshalb brauchen wir
Rücklagen“, so Sr. Maria. Das verlangen nicht nur die
eigenen Ordensregeln, sondern auch der Gesetzgeber.
In Sachen Renten gehen Ordenschristinnen und -christen
einen eigenen Weg.
Und da lag es nahe, am Kapitalmarkt mitzumischen.
Aber nicht einfach so, sondern mit strengen Vorgaben:
keine Pornografie, kein Tabak, kein Alkohol, keine
Schwangerschaftsabbrüche, keine Rüstungsindustrie,
keine Kinderarbeit. Das klingt einleuchtend, denn
Nachhaltigkeit und Fairness waren den Franziskanerinnen
wichtig.
Mit diesem Katalog ging Sr. Maria Schneiderhan zu
einer Rating-Agentur – und erntete Kopfschütteln. „Sie
sagten uns: Dann können sie es auch lassen.“ Denn so
einfach sind die Trennungen nicht. „Kann ich wissen, ob
ein Lkw Lebensmittel transportiert oder Waffen?“, fragt
die Ordensschwester. Außerdem nutzt die Polizei auch
Pistolen und Gewehre zum Schutz der Bevölkerung.
Anderes Beispiel: Im Bahnhofbuchhandel gibt es
nicht nur die aktuellen Tageszeitungen, sondern auch
Magazine mit pornografischen Inhalten, dazu Alkohol
und Zigaretten. Stichwort Kinderarbeit: Kann man in
Unternehmen investieren, für die zwar Kinder arbeiten,
die aber gleichzeitig Schulen vor Ort bauen? Schnell
wurde klar: Die globalisierte Wirtschaft ist sehr komplex,
einfache Antworten gibt es nicht. Und so etwas
wie eine „reine Anlage“ gibt es ebenfalls nicht.
Die Franziskanerinnen dachten ihr Vorhaben schließlich
neu. „Wir einigten uns auf Prozentzahlen.“ Entscheidend
sei, wie viel Raum etwa Kinderarbeit oder
Umweltverschmutzung einnehmen. Pornografie oder
Schwangerschaftsabbrüche bleiben allerdings tabu wie
ein Invest in Ländern, in denen die Todesstrafe vollzogen
wird oder Korruption an der Tagesordnung ist,
ebenso. Im Idealfall hilft das Investment Unternehmen,
die nachhaltig wirtschaften wollen, zu wachsen.
Die Ausführungen von Sr. Maria brachten die rund
40 Zuhörerinnen und Zuhörer zum Nachdenken. Gas,
erklärte ein Teilnehmer, wurde ihm vor Jahren noch als
„saubere Energie“ verkauft. Heute sehe er das anders.

Sr. Maria nickte. Man müsse die eigenen Investitionen
immer wieder hinterfragen. Sollte die Ordensgemeinschaft
zu dem Schluss kommen, dass eine Geldanlage
nicht mehr den eigenen Vorgaben entspreche, werden
die Papiere innerhalb eines Vierteljahres verkauft.
Auch das Feld der künstlichen Intelligenz beschäftigte
das Publikum. „Ist es besser, wenn ein Unternehmen
Kinderarbeit vermeidet, indem es Roboter und
künstliche Intelligenz einsetzt?“ Die Franziskanerin
stimmt dem nicht zu, denn so fallen Einnahmequellen
für die Menschen weg. Entwicklung sei so noch viel
schwieriger.
Vor der Diskussion hatte Dr. Klaus Gabriel aus Wien die
theoretischen Grundlagen von Nachhaltigkeit erklärt.
Der Wirtschafts- und Sozialethiker betonte, dass das
oft inflationär genutzte Wort nicht nur in der Ökonomie
gebraucht werde. Auch Soziales gehöre dazu, wie der
Wissenschaftler anhand des „Drei-Säulen-Modells“
der Nachhaltigkeit erklärte. Wirtschaft, Gesellschaft und
Natur bilden die Säulen. „Daraus ergeben sich Schnittmengen“,
erklärt Dr. Gabriel, der auch als Wirtschaftsberater
arbeitet.
Diese Schnittmenge könne auch für einen Konflikt
stehen. Ein Beispiel mit inzwischen positivem Ende sei
das Ozonloch. „Das ist gelöst“, so Dr. Gabriel. Ökonomie
und Gesellschaft seien das Problem angegangen
und nun stelle es kein Problem mehr dar.
Ein wichtiger Begriff sei die Effizienz, der sparsamere
Umgang mit Ressourcen. Im Auge behalten
müsse man zudem die Suffizienz. Das bedeute – etwas
salopp gesagt – „weniger kann mehr sein“. Ein dritter
Aspekt beim nachhaltigen Investieren sei die Konsistenz.
Dahinter verbirgt sich die Kreislaufwirtschaft.
Stoffe müssen ganz konsequent wiederverwendet werden.
Für Dr. Gabriel sind dies allerdings keine Alternativen.
Wer nachhaltig handeln möchte, müsse alle drei
Aspekte berücksichtigen.
Letztlich führe, das machten beide Referenten
des Abends deutlich, kein Weg vorbei am ethisch-nachhaltigen
Wirtschaften. „Es geht um unsere Zukunft“, brachte es Dr. Gabriel auf den Punkt. Und
zur Wahrheit gehört auch: „Es wird immer Grauzonen
geben“, wie Sr. Maria Schneiderhan betonte.

// WOLFGANG MAAS

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Paulus“ ging es am 26.03.2025 im Mallinckrodt-Gymnasium um die Anstößigkeit des Kreuzes in einer säkularen Gesellschaft. Der Referent des Abends, Prof. Jan-Heiner Tück von der Uni Wien, führte dabei durch die Kulturgeschichte des Kreuzes und machte anhand öffentlicher Ereignisse der letzten Jahre deutlich, warum das Kreuz immer wieder Anlass für kontroverse Diskussionen war uns bis heute ist. Die Moderatoren des Abends, Pastor Stefan Tausch und Dr. Klaus Klother, lenkten die Diskussion von grundsätzlichen und existentiellen Anfragen an das Kreuz bis zum praktischen Umgang damit. Als eine Erkenntnis des Abends kann festgehalten werden, dass die Erklärungsbedürftigkeit des Kreuzes durchaus auch einen selbstbewussten Umgang damit zulässt – auch und gerade als Christen in einer säkularen Welt.

Der Vortrag von Erzbischof Dr. Bentz wurde aufgezeichnet.

Das Video finden Sie hier: https://youtu.be/-JPXBQyd20w

Sich von Gott erfinden lassen

Madeleine Delbrêl – eine Streiterin für die Herzensgüte

 

Im Juni lud das Forum Paulus erneut zu einem hochkarätigen Vortrag ins Malinckrodt Gymnasium Dortmund ein. Die Theologin Dr. Annette Schleinzer, Magdeburg, sprach über das Leben und Wirken Madeleine Delbrêls.

 

„Sie ist eine göttliche Offenbarung“, so beginnt Schleinzer ihre Einleitung zu einer Person, die in ihrer Vielfalt nicht zu kategorisieren ist. Genau diese Vielfalt steht für ihre Sichtweise auf die Menschen: Nimm den Menschen in seiner Gesamtheit wahr, begrenze ihn nicht auf seine berufliche, private oder politische Rolle, sondern sieh ihn an und sprich ihn mit seinem Namen an: Ganzheit statt Begrenzung. Aber wie kommt es zu solch einer umfassenden Annäherung an das Wesen der Menschen bei einer Frau, die im frühen 20. Jahrhundert in eine Zeit geboren wird, die von politischen Extremen gekennzeichnet war? 

Delbrêl wuchs in intellektuellen Kreisen auf, war hochbegabt und beschäftigte sich bereits in jungen Jahren mit theologischen und philosophischen Fragestellungen. Schleinzer zeichnet ein buntes Bild dieser außergewöhnlich Frau, denn auch ihr Äußeres dokumentierte die innere Haltung: bunte Kleider, ein ausschweifendes Leben und ein zunächst durch den 1. Weltkrieg erschütterter Glaube an Gott, dem sie nicht mehr vertrauen will, zu dem sie in ihrem späterem Lebensalter jedoch zurückkommt, maßgeblich ihre Sicht auf die Menschen beeinflusst und ihren Lebensweg prägt. Dem Kommunismus zugewandt geht sie als Sozialarbeiterin in die Armenviertel von Ivry und findet dort ihre berufliche und Erfüllung und ihren pastoralen Raum: Menschen sehen, Menschen helfen und als „gelebter Jesus den Menschen die universale Liebe schenken“. Genau diese alltagstaugliche Spiritualität begründet ihre derzeitige Aktualität: der Glaube muss in die jeweilige Zeit übersetzt werden und sich dorthin wenden, wo die Not ist. Der Weg zur Hilfe führt über Begegnungen, Netzwerke, aufklärerische Schriften, über politische Diskussionen und Haltung und durch tatkräftige Unterstützungen. Zuwendung, Herzensgüte und Begegnung waren Delbrêls Leitmotive, die gerade in der heutigen Zeit mehr denn je entscheidend für die Ausbildung einer menschlichen Gesellschaft sind. Dies hat Dr. Annette Schleinzer mit ihrem Vortrag sehr deutlich gezeigt und damit bei allen Zuhörern ein Interesse für diese Haltung hervorgerufen.

 

Der nächste Vortrag im Rahmen des Forum Paulus wird sein am 29.10.2024 ab 18:00 Uhr im Mallinckrodt Gymnasium. Als Gast wird Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz Visionen und Ideen für kirchliche Zentren in Dortmund erläutern.

Mallinckrodt Gymnasium

Gregor Gysi (Berlin)

Was hält uns zusammen? Denkanstöße für eine gerechtere Gesellschaft“

Der Einsatz für eine gerechte Gesellschaft ist nicht nur ein Grundanliegen, das sich durch die Vita und politische Arbeit von Gregor Gysi zieht, sondern auch ein Grundauftrag der Kath. St. Paulus Gesellschaft als Teil von Kirche. Es geht in der Veranstaltung darum, welche persönliche Motivation es gibt für den Einsatz für soziale Fragen in der Gesellschaft – auch vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher und globaler Herausforderungen. Wie kann es gelingen, dass in unserer Gesellschaft auch noch in Zukunft der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen nicht übersehen wird? Welche Rolle kommt gesellschaftlichen Playern wie den Kirchen zu? Was brauchen wir, damit unsere Gesellschaft langfristig nicht auseinanderbricht und Benachteiligte „hinten runterfallen“? Es geht um Impulse für die Gesellschaft und unsere eigene Arbeit – als Unternehmen und als Kirche.

 

Ort: Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums Dortmund, Südrandweg 2-4, 44139 Dortmund
Uhrzeit: 19 Uhr bis ca. 21 Uhr

St. Johannes Hospital

Sr. M. Scholastika Jurt OP (Koblenz)

„Es gibt so viele Wege zu Gott wie es Menschen gibt“. Spiritualität als Sprache für das Gespräch zwischen den Religionen

In Ergänzung zur Religiosität meint der Begriff der Spiritualität die ganz persönliche Erfahrung sowie die Überzeugungen in Bezug auf Hoffnung oder existentiellen Lebenssinn. Die mystischen Traditionen haben dem spirituellen Erleben der Menschen Raum gegeben. Spiritualität kann als gemeinsame Sprache dienen für den Austausch zwischen den Gläubigen und sogar für das Gespräch zwischen den Religionen.

Kath. Centrum Dortmund

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

„In allen Dingen Gott suchen und finden“ – Mein Umgang mit Grenzen und Grenzerfahrungen und daraus resultierenden Horizonterweiterungen

Die Arbeit mit Menschen bedeutet die Erfahrung von Grenzen am Anderen und bei mir selbst. Nicht erst die Pandemie hat die Menschen an Grenzen geführt. Viele Menschen gehen bei ihrer Arbeit über ihre eigenen Grenzen hinaus in der Sorge um die ihnen Anvertrauten. Oft ohne Rücksicht auf sich selbst. Leider und wenig überraschend wird nicht über diese Dinge gesprochen.

Archiv

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Paulus“ ging es am 26.03.2025 im Mallinckrodt-Gymnasium um die Anstößigkeit des Kreuzes in einer säkularen Gesellschaft. Der Referent des Abends, Prof. Jan-Heiner Tück von der Uni Wien, führte dabei durch die Kulturgeschichte des Kreuzes und machte anhand öffentlicher Ereignisse der letzten Jahre deutlich, warum das Kreuz immer wieder Anlass für kontroverse Diskussionen war uns bis heute ist. Die Moderatoren des Abends, Pastor Stefan Tausch und Dr. Klaus Klother, lenkten die Diskussion von grundsätzlichen und existentiellen Anfragen an das Kreuz bis zum praktischen Umgang damit. Als eine Erkenntnis des Abends kann festgehalten werden, dass die Erklärungsbedürftigkeit des Kreuzes durchaus auch einen selbstbewussten Umgang damit zulässt – auch und gerade als Christen in einer säkularen Welt.

Der Vortrag von Erzbischof Dr. Bentz wurde aufgezeichnet.

Das Video finden Sie hier: https://youtu.be/-JPXBQyd20w

Sich von Gott erfinden lassen

Madeleine Delbrêl – eine Streiterin für die Herzensgüte

 

Im Juni lud das Forum Paulus erneut zu einem hochkarätigen Vortrag ins Malinckrodt Gymnasium Dortmund ein. Die Theologin Dr. Annette Schleinzer, Magdeburg, sprach über das Leben und Wirken Madeleine Delbrêls.

 

„Sie ist eine göttliche Offenbarung“, so beginnt Schleinzer ihre Einleitung zu einer Person, die in ihrer Vielfalt nicht zu kategorisieren ist. Genau diese Vielfalt steht für ihre Sichtweise auf die Menschen: Nimm den Menschen in seiner Gesamtheit wahr, begrenze ihn nicht auf seine berufliche, private oder politische Rolle, sondern sieh ihn an und sprich ihn mit seinem Namen an: Ganzheit statt Begrenzung. Aber wie kommt es zu solch einer umfassenden Annäherung an das Wesen der Menschen bei einer Frau, die im frühen 20. Jahrhundert in eine Zeit geboren wird, die von politischen Extremen gekennzeichnet war? 

Delbrêl wuchs in intellektuellen Kreisen auf, war hochbegabt und beschäftigte sich bereits in jungen Jahren mit theologischen und philosophischen Fragestellungen. Schleinzer zeichnet ein buntes Bild dieser außergewöhnlich Frau, denn auch ihr Äußeres dokumentierte die innere Haltung: bunte Kleider, ein ausschweifendes Leben und ein zunächst durch den 1. Weltkrieg erschütterter Glaube an Gott, dem sie nicht mehr vertrauen will, zu dem sie in ihrem späterem Lebensalter jedoch zurückkommt, maßgeblich ihre Sicht auf die Menschen beeinflusst und ihren Lebensweg prägt. Dem Kommunismus zugewandt geht sie als Sozialarbeiterin in die Armenviertel von Ivry und findet dort ihre berufliche und Erfüllung und ihren pastoralen Raum: Menschen sehen, Menschen helfen und als „gelebter Jesus den Menschen die universale Liebe schenken“. Genau diese alltagstaugliche Spiritualität begründet ihre derzeitige Aktualität: der Glaube muss in die jeweilige Zeit übersetzt werden und sich dorthin wenden, wo die Not ist. Der Weg zur Hilfe führt über Begegnungen, Netzwerke, aufklärerische Schriften, über politische Diskussionen und Haltung und durch tatkräftige Unterstützungen. Zuwendung, Herzensgüte und Begegnung waren Delbrêls Leitmotive, die gerade in der heutigen Zeit mehr denn je entscheidend für die Ausbildung einer menschlichen Gesellschaft sind. Dies hat Dr. Annette Schleinzer mit ihrem Vortrag sehr deutlich gezeigt und damit bei allen Zuhörern ein Interesse für diese Haltung hervorgerufen.

 

Der nächste Vortrag im Rahmen des Forum Paulus wird sein am 29.10.2024 ab 18:00 Uhr im Mallinckrodt Gymnasium. Als Gast wird Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz Visionen und Ideen für kirchliche Zentren in Dortmund erläutern.



Mallinckrodt Gymnasium

Gregor Gysi (Berlin)

Was hält uns zusammen? Denkanstöße für eine gerechtere Gesellschaft“

Der Einsatz für eine gerechte Gesellschaft ist nicht nur ein Grundanliegen, das sich durch die Vita und politische Arbeit von Gregor Gysi zieht, sondern auch ein Grundauftrag der Kath. St. Paulus Gesellschaft als Teil von Kirche. Es geht in der Veranstaltung darum, welche persönliche Motivation es gibt für den Einsatz für soziale Fragen in der Gesellschaft – auch vor dem Hintergrund aktueller wirtschaftlicher und globaler Herausforderungen. Wie kann es gelingen, dass in unserer Gesellschaft auch noch in Zukunft der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen nicht übersehen wird? Welche Rolle kommt gesellschaftlichen Playern wie den Kirchen zu? Was brauchen wir, damit unsere Gesellschaft langfristig nicht auseinanderbricht und Benachteiligte „hinten runterfallen“? Es geht um Impulse für die Gesellschaft und unsere eigene Arbeit – als Unternehmen und als Kirche.

 

Ort: Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums Dortmund, Südrandweg 2-4, 44139 Dortmund
Uhrzeit: 19 Uhr bis ca. 21 Uhr



St. Johannes Hospital

Sr. M. Scholastika Jurt OP (Koblenz)

„Es gibt so viele Wege zu Gott wie es Menschen gibt“. Spiritualität als Sprache für das Gespräch zwischen den Religionen

In Ergänzung zur Religiosität meint der Begriff der Spiritualität die ganz persönliche Erfahrung sowie die Überzeugungen in Bezug auf Hoffnung oder existentiellen Lebenssinn. Die mystischen Traditionen haben dem spirituellen Erleben der Menschen Raum gegeben. Spiritualität kann als gemeinsame Sprache dienen für den Austausch zwischen den Gläubigen und sogar für das Gespräch zwischen den Religionen.

Kath. Centrum Dortmund

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck

„In allen Dingen Gott suchen und finden“ – Mein Umgang mit Grenzen und Grenzerfahrungen und daraus resultierenden Horizonterweiterungen

Die Arbeit mit Menschen bedeutet die Erfahrung von Grenzen am Anderen und bei mir selbst. Nicht erst die Pandemie hat die Menschen an Grenzen geführt. Viele Menschen gehen bei ihrer Arbeit über ihre eigenen Grenzen hinaus in der Sorge um die ihnen Anvertrauten. Oft ohne Rücksicht auf sich selbst. Leider und wenig überraschend wird nicht über diese Dinge gesprochen.