01.08.2026

Impuls zum 18. Sonntag im Jahreskreis

Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben!

Am kommenden Donnerstag, 06. August 2026, lädt das Katholische Forum Dortmund am ‚Jahrestag von Hiroshima‘ zu einer Mitmach-Aktion auf den Platz von Hiroshima an der Dortmunder Propsteikirche ein. Unter dem Leitgedanken ‚Hiroshima als Mahnung‘ gehen Mitarbeitende des Katholischen Forums bewusst nach draußen, um mit Menschen ‚über Leben und Tod, über Segen und Fluch‘ ins Gespräch zu kommen.

 

Die Veranstaltung beginnt um 11.55 Uhr mit unserem knapp zehnminütigen Friedensgebet.  Anschließend stehen Mitarbeitende des Katholischen Forums Dortmund bis 15.00 Uhr für Gespräche zur Verfügung. Herzliche Einladung an alle Interessierten, vorbeizukommen und Friedens-Gedanken zu teilen!

 

Am Abend laden wir Interessierte um 18.15 Uhr in das Refugium ein. Dort wird der japanische Kurzspielfilm „Heimweh“ (2018) gezeigt. Das berührende Drama beleuchtet die menschlichen Folgen einer neueren nuklearen Tragödie: Gezeigt wird die Geschichte eines Vaters, der zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 heimlich in die hochgradig kontaminierte Sperrzone zurückkehrt. Auf eigene Gefahr sucht er dort verzweifelt nach Spuren seines vermissten Sohnes. Nach der Filmvorführung gibt es Raum für eine gemeinsame Reflexion und Gespräche. Eine Voranmeldung für die Filmvorführung ist nicht erforderlich.

 

Zur Einstimmung auf den diesjährigen ‚Jahrestag von Hiroshima‘ nachfolgend einige Gedanken auf ‚Leben und Tod‘:

 

In ihrem 1974 erschienen Buch „Living and Dying“ („Leben und Sterben“) sprechen die Autoren Robert Jay und Eric Olson von den Überlebenden der Atombombenexplosion in Hiroshima und schreiben: „Bei den Überlebenden hat sich schnell eine Art tiefes Schuldgefühl entwickelt. Dieses Schuldgefühl bezog sich einerseits darauf, dass sie mit dem Leben davongekommen waren, während andere, darunter geliebte Angehörige und Nachbarn, hatten sterben müssen, und andererseits darauf, dass sie nicht imstande waren, den Bedürftigen Hilfe zu leisten.

 

All dies spitzte sich auf die Frage zu, die von da an für die Überlebenden im Mittelpunkt eines lebenslangen Konfliktes blieb: ‚Warum bin ich am Leben geblieben, wo doch er, sie und sie alle sterben mussten?‘

Und diese Frage wurde zuweilen zu dem quälenden Verdacht, ihr eigenes Leben sei auf Kosten derer, die gestorben waren, erkauft worden. ‚Einige mussten sterben; und weil sie gestorben sind, habe ich am Leben bleiben können.‘

Diese dunkle Ahnung gab den Überlebenden das Gefühl, dass sie eigentlich kein Recht mehr auf das Leben hatten und dass sie gerechterweise nur weiterleben durften, wenn sie den Toten irgendwie ähnlich wurden.“ (Robert Jay Lifton und Eric Olson, Living and Dyin, Praeger, New York and Washington, 1974, 116)

 

Stefan Tausch, Pastor

 

Lesung:

 

Siehe, hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor, nämlich so: Ich selbst verpflichte dich heute, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen und seine Gebote, Satzungen und Rechtsentscheide zu bewahren, du aber lebst und wirst zahlreich und der HERR, dein Gott, segnet dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen.

Wenn sich aber dein Herz abwendet und nicht hört, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen.

Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch.

Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den HERRN, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. (Dtn 30, 15-20a)