11.07.2026

Impuls zum 15. Sonntag im Jahreskreis

Jeder Versuch lohnt sich!

Die drei größten Ängste der Menschheit, sind womöglich die folgenden:

Die Angst vor dem Tod und dem Sterben;

die Angst davor, nicht geliebt zu werden;

die Angst, dass Fehler geschehen, die weitreichende Folgen haben.

Die ersten beiden sind wohl nur auf spiritueller Ebene zu bezwingen – im Vertrauen darauf, dass Gott uns im Sterben begleitet und der Tod nicht das Ende bedeutet. Vielmehr ist es ein Wechseln der Seite, näher zu Gott hin in seine Neue Welt. Geliebt zu werden können wir auch nicht selbst erzeugen. Im irdischen Leben stehen wir in der Abhängigkeit von anderen Menschen, die uns diese Liebe zuteilwerden lassen und im Idealfall auch zeigen und spürbar machen. Doch die Perspektive, dass Gott uns immer liebt und wir seine geliebten Kinder sind, befreit uns auch aus dieser irdischen Abhängigkeit. Denn Gottes Liebe ist bedingungslos – egal was andere Menschen von mir halten oder mir antun.

Fehlerfreundlichkeit dagegen ist uns Menschen nicht so ganz ins Gesicht geschrieben. Wir sind verantwortlich für unsere Worte und Taten und da geschehen immer wieder Fehler oder es werden falsche Entscheidungen getroffen, die wir später bereuen aufgrund von schmerzhaften Konsequenzen und/oder Verletzungen, die wir herbeigeführt haben. Dann ist oft Vergebung gefragt und auch ein langer Prozess des Akzeptierens und Annehmens, um anschließend neue Wege zu gehen. Mut haben und weitermachen ist die große Kunst. Das Durchhaltevermögen führt zum Ziel und die Lebenserfahrung wächst. Das sehe ich sehr deutlich in meiner Biografie und bin mir auch sicher, dass wir durch selbst gemachte Fehler anderen viel mitgeben können. Fehler sind so hilfreich, denn an ihnen können wir so viel lernen und häufig passieren sie auch nicht noch einmal.

Fehler sind immer dick, wo die Liebe dünn ist. (Charles Haddon Spurgeon)

Dieses Zitat des englischen Baptistenpastors bringt es plump, aber gelungen auf den Punkt. Fehlentscheidungen dürfen passieren und wohlwollend betrachtet werden. Wir können darauf vertrauen, dass missglückte Versuche gar nicht schlimm sind, denn dafür werden andere das Vielfache an Ertrag bringen. Auch eine Tüte Pistazien ist nie die falsche Wahl, auch wenn einzelne verdorben sind und bitter schmecken.

Thale Schmitz

 

Evangelium:  

Mt 13, 1-9: Jesus redet über die Neue Welt Gottes

1 Am selben Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Seeufer. 2 Bald hatte sich eine große Menschenmenge um ihn versammelt. 3 Darum stieg er in ein Boot und redete von dort zu den Menschen am Ufer. Was er ihnen von Gott zu sagen hatte, erklärte er ihnen durch Gleichnisse.

Vielerlei Saat: Hundertfache Frucht

Unter anderem erzählte er ihnen folgendes Gleichnis: „Ein Bauer säte Getreide aus. 4 Dabei fielen einige Saatkörner auf den Weg. Sofort kamen die Vögel und pickten sie auf. 5 Andere Körner fielen auf felsigen Boden, wo nur wenig Erde war. Dort ging die Saat schnell auf. 6 Die Sonne aber brannte und die jungen Pflanzen vertrockneten, weil die Wurzeln nicht genügend Erde hatten. 7 Einige Körner fielen zwischen die Disteln, in denen die junge Saat bald erstickte. 8 Die übrige Saat aber fiel auf fruchtbaren Boden, wuchs heran und brachte das Dreißigfache, das Sechzigfache und sogar das Hundertfache der Aussaat als Ertrag. 9 Hört genau auf das, was ich euch sage!“