Die Verklärung Jesu ist für den einen oder die andere vielleicht eine bekannte Bibelstelle. Ohne sich auf den Begriff zu fokussieren, ploppt vermutlich die Erinnerung auf, dass Jesus sich in dieser Perikope auf einen Berg begibt mit drei seiner Jünger und er vor ihnen in hellem Licht erstrahlt.
Doch was bedeutet „verklären“ eigentlich? Als Synonyme finden sich unter anderem: erhelllen, erleuchten, glücklich machen, leuchten oder etwas schöner erscheinen lassen…
Beschreibungen im Duden (https://www.duden.de/rechtschreibung/verklaeren) lauten z.B.:
- etwas ins Überirdische erhöhen und seiner Erscheinung ein inneres Leuchten, Strahlen verleihen
- einen beseelten, glücklichen Ausdruck verleihen/erhalten
Ein sicherlich noch lebensnaheres Gebrauchsbeispiel ist die Redewendung „Innere Heiterkeit verklärt den Blick.“ Anders umschrieben bedeutet dies, dass inneres Leuchten den Blick auf die Welt verwandelt und ins positive, helle Licht rückt.
Jesus trägt Gottes Licht in sich und lässt dieses nun nach außen strahlen. Es ist ein so klares Leuchten, dass es blendet und die Jünger das Schauen dieser Herrlichkeit kaum erfassen können. Doch es beseelt sie und wirkt nachhaltig. Sie haben einen neuen Blick auf ihn, auf die Welt und ihr Leben bekommen. Sie spüren, dass dieses Licht auch im nicht sichtbaren Zustand bei ihnen ist und sie hält. Das ist die große und fortwährende Einladung Jesu, dass wir uns von ihm ins Licht tragen lassen und uns verklären bzw. erleuchten/erhellen/beseelen lassen können. Er kann unseren Blick auf unsere jeweiligen Lebenssituationen erhellen und gleichzeitig können wir uns bewusst entscheiden, Jesu Perspektive einzubeziehen oder sogar einzunehmen und ihn sozusagen als Teleskop nutzen, um mit seiner Hilfe die Details und unentdeckten Sichtweisen wahrzunehmen. Manchmal tun wir das vielleicht sogar unbewusst, denn Christus ist und bleibt mit und in uns – in jedem und jeder Einzelnen.
Der irische Schriftsteller C. S. Lewis, der vom überzeugten Atheismus den Weg zum christlichen Glauben fand, formulierte in nachdenkenswerter Weise folgendes Zeugnis:
Ich glaube an Christus, so wie ich glaube, dass die Sonne aufgegangen ist,
nicht nur weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehen kann.
Thale Schmitz
Evangelium:
Mt 17, 1-9: Ausgewählte Jünger erleben Jesu Herrlichkeit
1 Sechs Tage später ging Jesus mit Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf einen hohen Berg. Sie waren dort ganz allein. 2 Da veränderte sich vor ihren Augen plötzlich sein Aussehen: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden ganz weiß wie das Licht. 3 Plötzlich wurden Mose und Elija für sie sichtbar. Sie redeten mit Jesus. 4 Begeistert rief Petrus zu Jesus: „Herr, wie gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.“ 5 Noch während er so redete, hüllte sie eine leuchtend helle Wolke ein und aus der Wolke hörten sie eine Stimme: „Dies ist mein geliebter Sohn, ihn habe ich erwählt. Auf ihn sollt ihr hören!“ 6 Bei diesen Worten fielen die Jünger erschrocken zu Boden. 7 Und Jesus kam zu ihnen, berührte sie und sagte: „Steht auf! Habt keine Angst!“ 8 Und als sie aufsahen, erblickten sie nur noch Jesus. 9 Während sie vom Berg herabstiegen, befahl ihnen Jesus: „Erzählt keinem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt worden ist.“