17.01.2026

Impuls zum 2. Sonntag im Jahreskreis

Woher kommt mein Bauchgefühl?

Ich bin so dankbar für mein gutes Bauchgefühl. Es ist wie eine Instanz in meinem Körper, die mir den Weg weist, bei Entscheidungen hilft und mir große Sicherheit schenkt. Manche Menschen sagen vielleicht nicht Bauchgefühl, sondern nennen es ihre Intuition. Da würde ich tatsächlich noch einen Unterschied machen. Meine Intuition gibt mir Einschätzungen zu Situationslagen oder auch zu Menschen, die ich neu kennenlerne. Wenn die Intuition richtig liegt, bewahrheiten sich diese Eindrücke und ich kann sie real – wenn auch oft erst im Nachhinein – prüfen. Mein Bauchgefühl dagegen ist nicht rational erklärbar. In Entscheidungssituationen kann ich eine vernunftgeleitete Pro&Contra-Liste mit einem eindeutigen Ergebnis erstellen, doch mein Bauchgefühl entscheidet anders oder sogar deutlich konträr bzw. gegenteilig. Früher fiel es mir schwer, nur auf dieses Gefühl zu vertrauen und ich wollte mich rational absichern. Das ist dann häufig schiefgelaufen und ich musste erkennen, dass die Entscheidung des Bauchgefühls die richtige gewesen wäre. Inzwischen ist es so, dass ich es gar nicht aushalten könnte, gegen diese Instanz zu handeln, weil es sich so falsch und unwohl anfühlt.

Ich bin überzeugt davon, dass es der Heilige Geist ist, der mir durch dieses Bauchgefühl begegnet und mir ein segensreicher Wegweiser ist. Er schenkt mir das Vertrauen in Gottes Handeln und Wirken und zeigt mir, dass er es zum Guten führen wird. Da diese Wege unergründlich sind, bedarf es keiner rationalen Erklärung und wir können diese auch gar nicht finden.

Interessant finde ich, dass ich unter dem Stichwort „Bauchgefühl“ dieses Bild von einem freien Fall entdeckt habe. Aufregend ist es allemal mit dem Heiligen Geist zu leben und ihn zu erspüren. Er kommt und geht in unserem Alltag und manchmal schlägt er sogar Purzelbäume. Auch wenn sich das Leben manchmal wie eine freier Fall anfühlt und Aussichtslosigkeit sich breitmacht, ist der Heilige Geist immer in und um uns herum präsent. Die Verbindung nach oben bricht nicht ab und wir fühlen uns dem Himmel manchmal eben näher und manchmal sogar etwas fallen gelassen. Doch: Erschütterungen geschehen, damit sich das Unerschütterliche in uns klären und stärken kann. (Hebräerbrief Kapitel 12 Vers 27)

Denn der Heilige Geist ist nicht nur auf Jesus herabgekommen und bei ihm geblieben, sondern er ist und bleibt bei uns allen.

 

Thale Schmitz

 

Evangelium:

Joh 1, 29–34: Johannes der Täufer über Jesus Christus

29 Als Johannes am nächsten Tag bemerkt, dass Jesus zu ihm kommt, ruft er: „Seht! Da ist er! Das ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt auf sich nimmt. 30 Dieser Mann ist es, von dem ich gesagt habe: „Es wird einer kommen, der weit über mir steht. Denn er war schon da, lange bevor ich geboren wurde.“

31 Auch ich wusste vorher nicht, wer er ist. Aber damit das Volk Israel auf ihn vorbereitet wird, bin ich gekommen, um mit Wasser zu taufen.“

32 Und Johannes legte Zeugnis ab und sagte: „Ich sah den Geist Gottes wie eine Taube vom Himmel herabkommen und bei ihm bleiben.

33 Wer er ist, wusste ich vorher noch nicht“, wiederholte Johannes, „aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, sagte zu mir: „Du wirst sehen, wie der Geist auf einen Menschen herabkommt und bei ihm bleibt. Dann weißt du, dass er es ist, der mit dem Heiligen Geist tauft.“

34 Und weil ich das mit eigenen Augen gesehen habe, kann ich euch bezeugen: Dieser ist der Sohn Gottes!“